Persönliche Erfahrungen, was bei der Mediennutzung in meinem Umfeld in SH seit den 1970ern tatsächlich relevant war.
Handys, DVDs, Internet, MP3... Wer Kinder hat, kommt irgendwann an den Punkt, denen zu erklären, dass es all das früher noch nicht gab. Doch wann passierte was? Hier eine kleine, persönliche Chronik. Sie reflektiert weniger, wann welche Technik erstmals verfügbar war, sondern, was den täglichen Gebrauch in der jeweiligen Zeit bestimmte.
Volksempfänger kamen in jedes Haus: Empfangsschwache Mittelwellenradios, die meist nur die starken Signale des Reichssenders hören konnten. Meine Mutter erinnert sich die Kinderstunde, die zu bestimmten Zeiten lief. Nach dem Krieg mussten die Geräte abgegeben werden.
Die Zeit der ersten UKW-Empfänger mit besserem Radioklang. Auch diese waren aber anfangs noch Röhrengeräte: Holzverkleidete Kästen in mit schwergängigen, großen Knöpfen und Tasten und einer breiten Skala, auf der die Standorte (nicht die Programme) der Mittelwellensendemasten Orientierung boten („Beromünster“, „Hamburg“, oder eben „NWDR Gleichwelle“).
In technisch fortschrittlichen Haushalten standen die ersten Fernseher, lange nicht überall. Meine Großtante hatte einen, der Haushalt meiner Mutter nicht. Mein Vater erinnert sich daran, dass er in einer dörflichen Gastwirtschaft regelmäßig die Serie "Soweit die Füße tragen" über die Flucht aus einem sibirischen Straflager sah. Ende der 50er Jahre kaufte sich besagte Großtante eine Musiktruhe: ein Möbelstück mit Plattenspieler, Radio und großen Lautsprecher.
Es gab nur ein Fernsehprogramm und drei UKW-Radioprogramme, von denen auch nur eines durchgehend sendete.
Allmählich wanderten Fernseher in jeden Haushalt. Meine Eltern hatten aber noch keinen. Inzwischen gab es neben ARD und ZDF auch das 3.Programm - vorerst nur abends. Im Radio wurde Stereo eingeführt. Viele Wortprogrammme, Klassik und selten auch mal Pop auf den Wellen, die alle am ehesten noch mit dem heutigen Deutschlandfunk vergleichbar wären. Die Plattensammlung (Vinyl) der Eltern wuchs.
Mein Schwiegervater begann in dieser Zeit, leistungsfähige Verstärker selbst zu bauen, mit denen er Festlichkeiten beschallen konnte. So etwas gab es damals noch kaum im Geschäft.
Zeit der Anschaffungen für meine Eltern: Ein Schwarzweißfernseher, ein Tonbandgerät als Hochzeitsgeschenk, ein einfacher Cassettenrekorder, eine Hifi-Stereoanlage und dazu ein hochwertiger Plattenspieler. Musik lief vor allem von Platten oder aus dem Radio. Mein Vater nutzte den Cassettenrekorder eigentlich nur, um Aufsätze für sein Studium drauf zu sprechen. Das Tonband diente zur Aufzeichnung besonderer Ereignisse: Konzerte oder der Hochzeit in der Kirche. Andere Leute nutzten die Bänder zum Aufnehmen von Musik von LPs, meine Eltern nicht.
Mein erstes Transistorradio. Ich war 3 und kann mich noch gut erinnern: Ein reiner Mittelwellen-Empfänger, rot und rund wie eine Keksdose. Empfangbare Stationen tagsüber: NDR 1 und Deutschlandfunk, schwach Radio DDR 1 und die Radio DDR Ferienwelle. Die Stereoanlage im Wohnzimmer hatte alle Wellenbereiche. Auf UKW bestand die Auswahl aus drei NDR-Programmen plus zweimal Dänemark. Es gab einen Plattenspieler, in anderen Haushalten fanden sich zusätzlich Tonbandgeräte. Ich begann bald, mit einem Mono-Cassettenrekorder und Mikrofon Musik aus einem Kofferradio aufzunehmen. Man hätte ihn natürlich auch direkt anschließen können.
Im Wohnzimmer stand außerdem ein Farbfernseher, der ARD, ZDF und das noch relativ neue „Dritte“ von NDR/RB/SFB empfangen konnte, später als „N3“ betitelt.
Sendezeiten in den 1970ern: Vormittags liefen von 10-13.30 Uhr Wiederholungen, eine Umschau und zwei Tagesschauen, gemeinsam auf ARD/ZDF. Das Dritte bot morgens nur den Schul- und Bildungsfunk „Telekolleg“. Danach bis zum späten Nachmittag Testbild. Ca. 16 bis 24 Uhr war dann wieder Programm.
Im Dritten lief um 18 Uhr die Sesamstraße. Für Kinder gab es außerdem Sonntags "Die Sendung mit der Maus" oder "Das feuerrote Spielmobil" in der ARD und "Rappelkiste" im ZDF. Hinzu kam das eine dänische Programm. Auf dem ZDF kamen vor der heute-Sendung um 19 Uhr immer Programmtafeln, die mit Musik unterlegt waren.
Aus dieser Zeit stammt mein erster Taschenrechner, damals noch relativ teuer und etwas besonderes. Ich interessierte mich für Zahlen, daher das passende Weihnachtsgeschenk.
Der erste Radiowecker. Den gab’s zur Einschulung, mit LED-Digitalanzeige und UKW-MW-Radio, damals ebenfalls etwas Neuartiges.
Großer Spaß mit Walkie-Talkies. Es war die große Zeit des CB-Funk. Auf diese Weise chattete man, hielt mobil Kontakt nach Hause, an Handys war noch lange nicht zu denken. Im Sommer waren bei Überreichweiten CB-Funker aus Südeuropa zu hören.
Der Fernsehkonsum stieg. Das ZDF startete das "Ferienprogramm" mit Serien für Kinder täglich von 15 bis 17 Uhr, ausgerechnet in den Sommerferien, wo man doch gut draußen spielen konnte. Auf Wikipedia steht: "Ziel war es, daheim gebliebenen oder kranken Zielgruppenmitgliedern die freien Tage ein wenig aufzulockern bzw. schöner zu machen."
Im dänischen Fernsehen kamen am Sonnabend abend immer Zeichentrickfilkme wie z.B. Bugs Bunny, die in Deutschland nicht liefen.
Spannend waren auch immer die Wochen der Internationalen Funkausstellung in Berlin, wenn viele Sondersendungen mit Entertainment liefen und vom langweiligen Programmschema abgewichen wurde.
Ein Stereo-Cassettenrekorder wurde mein Eigen - fortan begann ich, gezielt Musik aufzunehmen. Beliebt bei mir und allen Klassenkameraden: Der „Club“ abends auf NDR 2, das „Club-Wunschkonzert“ mit Günter Fink, „Die internationale Hitparade“ mit Wolf-Dieter Stubl, und die „Top15“ mit „Willem“ auf der „Welle Nord“ vom NDR. Das Aufnehmen lief dann so: Zähler auf Null stellen. Und sobald ein Song startete, Record + Play drücken. Dann erst entscheiden: Ist der Song gut? Wenn nicht: Zurückspulen zur Null-Stelle und beim nächsten Versuch den schlechten Song überschreiben. Aufpassen beim Cassettenanfang, da die ersten ca. 5 Sekunden stumm bleiben. Moderatoren, die in gute Songs reinquatschten, waren entsprechend unbeliebt, wenngleich ein guter Umgang mit der "Ramp" natürlich auch cool sein konnte. Die Moderatoren waren aber eher Ansager, weniger DJs.
Wichtige Umstellung beim Telefon: Statt unbegrenzter Ortsgespräche gibt es jetzt den 8-Minuten-Takt für eine Einheit von 23 Pfennigen. Dafür gilt dieser im 20 Kilometer-Umkreis. Ferngespräche bleiben extrem teuer, deshalb fasst man sich kurz. Es war schon etwas Besonderes, wenn ich als Kind den Verwandten nur kurz Hallo sagen dürfte. An Unterhaltungen nicht zu denken, jedenfalls nicht in einem sparsamen Haushalt.
Kam der erste Fernseher ins Kinderzimmer: Ein tragbarer Schwarz-Weiß-TV von Universum, der Hausmarke des Versandhauses Quelle mit 37cm Bildschirmdiagonale. Statt Stationstasten musste man den Kanal (quasi die Frequenz) mit zwei Drehschaltern für VHF (Kanäle 2-12 zum Einrasten) und UHF (21-69 frei drehbar) selbst wählen.
Die ersten Computerspiele: Tennis, Fußball, Squash und Pelota. Ein Gerät mit Drehknöpfen für zwei Spieler ermöglichte es, links und rechts Balken als Schläger sowie einen Leuchtpunkt als Ball auf den Bildschirm zu zaubern. Im Fernsehen gab es dazu die Sendung „Telespiele“ mit Thomas Gottschalk.
Ein Tape-Deck, also ein hochwertiger Cassettenrekorder, musste her, mit Pegelanzeige, in diesem Fall sogar mit 5-Band-Spektrum-LEDs und DOLBY-C als Rauschunterdrückung. Hochwertige Leer-Cassetten waren nun ein Muss. Am Gerät musste man den Cassettentyp voreinstellen: Einfache Ferrooxyd (als Fe gekennzeichnet) lagen bei 3 DM, besser war aber Chromdioxyd (Cr). Als gut galten die TDK SA90 für 7 Mark. Dann gab es auch noch teure „Ferrochrom“ (FeCr), die sich aber nicht durchsetzten. Und schließlich ab Mitter der 80er Jahre: „Metall“, gepriesen als Nonplusultra, während die Chromcassetten bald im Preis deutlich fielen und nicht wirklich schlechter waren. Ich bevorzugte die 90-Minuten-Variante. Es gab auch 60er, bei Quelle sogar günstige 45er, die aber "schmierten", also den Tonkopf und Antriebsspule sowie -stift verschmutzten. Dafür gab es wiederum Reinigungscassetten, die alles wieder säuberten. Es ging aber auch mit einem Q-Tipp und etwas reinem Alkohol, den man in der Apotheke bekam.
Das Thema Bandsalat betraf eher Billiggeräte. Beim Tape-Deck kam das kaum vor. Trotzdem konnte es passieren und auch einen Bandriss verursachen. Total ärgerelich, wenn man Stunden in eine Cassette mit Radioaufnahmen guter Titel investiert hatte. Mit einem Reperaturset ließ sich das wieder flicken. Es war aber total mühselig für mich, das dünne Cassettenband auf die Schiene zu legen und mit einem zu breiten Klebestreifen beide Enden zu verbinden.
Es war auch die Zeit der Boxenbastler, um auf Feten laut aufdrehen zu können. Eine Lichtorgel auf dem Klassenfest war schon sehr cool.
Ich begann mich für den Empfang entfernter Radiosender aus aller Welt zu interesssieren - kurz DX genannt - auf Kurzwelle, Mittelwelle und auch UKW bei Überreichweiten. Unvergessen sind die Grundig Satellit-Weltempfänger aus dieser Zeit. Für den normalen Nutzer war das eher etwas exotisches. Segler kannten sowas. Dennoch wussten einige technisch Interessierte Leute, dass auf Kurz- und Mittelwelle deutsprachige Sendungen aus vielen Ländern zu hören waren, vom leistungsstarken „Radio Moskau“ über „Radio Peking“ bis zu „Radio Südafrika“, oft als Propaganda. Etwas mehr Geschick brauchte man, um z.B. afrikanische Sender mit ihrer sonst selten gehörten Musik aufzufangen, wie z.B. „Afrique No.1“ aus Gabon. Mehr dazu in meinen DX-Erfahrungen.
Das ZDF sendete jetzt in der Sendepause am frühen Nachmittag Stereo-TV-Versuchssendungen: Filmausschnitte, wo der Effekt besonders deutlich war. Jeden Tag dieselbe Schleife mit Fußballszenen und einem Sci-Fi-Ausschnitt, die ich fast auswendig konnte.
Außerdem lief "Videotext für alle" in der Sendepause: Statt Testbild flimmerten die Texttafeln, die man nicht steuern konnte, über den Bildschirm. Nur neue Fernseher verfügten gegen Aufpreis über diese Technik, die vielleicht als ganz früher volkstümlicher Vorläufer des Internet bezeichnet werden kann. Wir hatten keinen.
Der erste Computer kam ins Haus, ein Sinclair ZX81 mit 1 Kilobyte Arbeitsspeicher und Ausgabe am TV-Bildschirm. Das reichte immerhin für einfachste Spiele mit Blöckchengrafik, deren BASIC-Code man vorher eingeben musste. Etwas unzuverlässig war die Option, die Programme mit einem Überspielkabel auf Cassette zu bannen. Es gab dann auch bald Speichererweiterungen für 16, 32 oder 64 Kilobyte, die man hinten raufsteckte. Deren Wackelkontakte sorgten aber regelmäßig für Komplettabstürze. Ärgerlich, wenn die entsprechend längeren, meist abgetippten Programme noch nicht gesichert waren. Ich begann, selbst zu programmieren.
Andere Leute hatten Atari-Spielecomputer. Es gab schon den Commodore 16 sowie kleine Geräte mit Pacman & Co, Vorläufer der Game-Boys.
Musik über Mittelwelle: Sobald es dunkel wurde, waren zumindest ein paar Stationen zu hören, die etwas cooler als NDR 1 und 2 waren: auf Radio Luxemburg (1440 kHz), das hier tagsüber zu schwach war und auf der Kurzwelle zu verzerrt, löste abends das englische Programm das deutsche ab. Die Jingles trällerten die Wellenlänge „Two-O-Eight“ und es liefen die neuesten britischen Hits, die erst einen Monat später in Deutschland ankamen. Die Europawelle Saar (SR1, 1422 kHz) brachte mittwochs die neuesten Charts. Schwach kam zudem tagsüber Radio Caroline rein, das in den 80ern noch einmal für ein paar Jahre von einem Schiff vor der englischen Küste sendete. All das war Klassenkameraden aber fremd.
Auch der amerikanische Soldatensender AFN Bremerhaven (1143 KHz) war eine schwach empfangbare Alternative, der Ende der 80er Jahre sogar in Flensburg auf UKW sendete, allerings mit einem Sound, der wie aus dem Telefon klang. Man hatte wohl an der Audio-Zuleitung gespart. Meine etwas älteren Cousinen in Berlin hörten dort aber fast nur AFN und den britischen Truppensender BFBS und waren stets über die neuesten Hits informiert.
Videorekorder wurden in immer mehr Haushalten angeschafft. Wir hatten aber keinen.
Die Computer machten große Schritte. Da war der Siegeszug des Commodore 64 mit „Datasette“ als Speichermedium (ein spezieller Cassettenrekorder, später kamen die großen 5 ¼ Zoll-Disketten), dessen Spiele schon ziemlich cool waren – haben bis heute Spielwert, finde ich. Eine ganze Generation lernte einfache BASIC-Programmierung, wobei man mit der komplizierten „Maschinensprache“ (=Assembler) deutlich weiter kam. Die gesamte Klasse hatte C64, hauptsächlich eben zum Spielen. Auch Apple spielte schon eine Rolle. Das Modell Apple ][ hatte Steckkarten und Erweiterungen. Im Computerraum der Schule standen Apple-kompatible Geräte, mit denen ich schon einige Erfahrung gesammelt hatte. Zu Weihnachten bekam ich einen "Apple //c" (2c), der in seiner Kompaktheit Vorläufer eines Laptops war, aber trotzdem einen externen Monitor brauchte. Im Nachhinein hätte es ein Kompatibler besser getan, da der //c nicht erweiterbar war und einige Software-Eigenheiten besaß. Doch war es für mich der Einstieg ins intensive Programmieren. Apple-Zubehör wie der Joystick war schon damals teuer. Dafür hatte er 256x256 Positionen, während die solideren C64-Joysticks nur 4 Positionen kannten. Auf einer Computermesse sahen wir auch den Apple Macintosh, der gestochen scharfe SW-Grafik und eine Maus hatte, Kostenpunkt: unerschwingliche 8000 DM. Das waren aber auch eher Büro-Geräte. Als Profi-Standard galten die IBM-PCs.
In Flensburg gab es jetzt Kabelfernsehen. Das konnte man an den ausgestellten Fernsehern bei Karstadt oder Quelle bestaunen. „RTL Plus“ und SAT1 hatten ständig Filme im Programm. 3Sat und den ARD-Ableger 1Plus gab es auch schon, dazu exotische Dritte vom WDR und BR. Ebenfalls im Angebot: „Eureka TV“ (später Pro7) und das französische TV5, die die Bundespost damals noch über verstreute Satellitenpositionen mit Riesenschüsseln heranholte.
Mein erster Walkman. Standard sind Bügelkopfhörer, die im Bass-Bereich noch schwächeln. In Kaufhäusern liegen viele Geräte zum Ausprobieren aus.
Der UKW-Bereich oberhalb von 100 MHz wird erschlossen. Dabei sind seit Anfang der 70er Jahre Radios bis 104 MHz im Handel und neuerdings sogar bis 108 MHz. Auf der oberen Hälfte der Skala rauschte es im rückschrittlichen Deutschland bisher fast nur, während dort in den Frankreich oder Italien der Bär tobte. Nun starten – zunächst im Bereich bis 104 MHz - der ersten Privatfunk, der endlich mal viel Musik bringt. Nach wochenlangen Testsendungen mit Pegelton und Ansageschleife geht es endlich los: zuerst RSH, dann – schwach mit Weltempfänger – Radio Hamburg und ffn . Bei Überreichweiten, später mit Richtantenne, sind Radio 107 und OK Radio aus Hamburg heiße Kandidaten. Auch Bremen 4 und DT64 aus der DDR sind neu. Und der Deutschlandfunk ist jetzt auch in Hifi auf UKW zu hören. Als Jugendlicher empfand ich das als Verschwendung. Heute wird der DLF von mir sehr geschätzt. Aus Dänemark sind zudem erste Lokalradiostationen oberhalb von 100 MHz zu hören, die in Deutschland aber nur sehr schwach empfangbar sind.
Während an der Schule intensiv C64-Computerspiele als Raubkopien getauscht werden, ist es für mich als Apple-Nutzer etwas schwerer, eine Sammlung aufzubauen. Es gibt aber Tausch-Treffs in Flensburg und Kappeln, zu denen mich mein Vater hinfährt.
Ein Freund hat den ersten CD-Spieler. CDs sind mit 30 DM deutlich teurer als Platten, bei denen Neuerscheinungen bei 20 DM liegen. Zwei Jahre später habe ich auch einen CD-Spieler, als diese deutlich im Preis fallen. Erst in den 90ern wächst aber auch die CD-Sammlung.
In der Schul-Projektwoche gehörte ein Videoprojekt zu den Highlights. Mit einer VHS-Videokamera wurde da allerlei aufgenommen.
Der örtliche Fernsehhändler präsentiert Satellitenfernsehen. Der neue Astra-Satellit vereint die Programmvielfalt, die jetzt mit kleineren Schüsseln empfangbar ist. Ist aber noch recht teuer. Die meisten Leute setzen sich stattdessen Richtantennen auf das Dach, um SAT1 und RTL Plus wenigstens verrauscht zu sehen. Diese werden mit minimaler Sendeleistung vom Telekom-Gebäude in Flensburg ausgestrahlt. Wir setzen eine Antenne unters Dach. Entsprechend ist das Schneegestöber auf dem Bildschirm. In Hamburg, Berlin und Bremen werden noch mehr Programme über Antenne ausgestrahlt. Es laufen immer mehr Serien, z.B. Raumschiff Enterprise, Knight Rider, Hulk, und spätabends am Wochenende auch mal nackte Tatsachen, was sich zum wahrgenommenen Markenkern insbesondere von RTL entwickelt. Kabelfernsehen kommt später auch auf's Dorf. Nutzen wir aber erst, als ich es für ein paar Monate später einfach mal anzapfe.
In der Computerwelt kommen neue Modelle mit Farbe und besserer Grafik auf - wie der Sinclair Spectrum, der Commodore Amiga oder der Schneider Homecomputer, den ein Klassenkamerad hat. Standard bleiben aber die C64. Sein großer Bruder hatte sich einen IBM-PC-Kompatiblen angeschafft. Zum Spielen ist der weitgehend ungeeignet - und er hat auch nur einen grünen Monochrom-Monitor.
Kleinere 37cm-Farbfernseher sind inzwischen übrigens erschwinglicher geworden.
Der Start des dänischen TV2 wird auf deutscher Seite von den Haushalten noch wahrgenommen. Es ist für viele auf dem Lande erst der fünfte empfangbare Sender und es laufen viele englischsprachige Filme und Serien. Die Programmexplosion steht aber kurz bevor bzw. nimmt in den Kabel-Haushalten schon ihren Lauf.
Mit der deutschen Einheit gerät die DDR-Medienwelt in Bewegung. Radiostationen wie DT64 sind plötzlich cool. In den neuen Bundesländern entstehen Sender wie Radio Brandenburg in einer Art Zwischenzustand. Ich selbst nehme das aber nur am Rande wahr.
Die Cassettensammlung wächst über die 100er-Grenze hinaus. Für das Musikhören bleibt es die effizienteste Wahl.
Im Computerraum der Bremer Uni stehen UNIX-Rechner, mit denen ich wenig anfangen kann. Für das Studium sind noch Handschrift und Schreibmaschine Standard, auch in der Elektrotechnik. Einen Computer hatte ich nicht mitgenommen. In der Mensa liegen Angebote für 286er-PCs aus.
Immer mehr Haushalte nutzen analoges Satelliten-TV über den luxemburgischen Astra-Satelliten, das ca. 30 deutsche Sender bietet. Damit hat das teuer geplante deutsche TV-Sat-Projekt mit dem speziellen Standard D2MAC keine Chance mehr, denn es bietet nur 4 Programme. Immerhin sind dort auch 16 digitale Radioprogramme im Angebot, die eine echte Bereicherung bieten. Die Empfänger dafür sind aber teuer. Interessant ist, dass über Kabel internationale Stationen wie das französische TV5, Sky Channel oder der US-amerikanische Super Channel zu Bekanntheit gelangen. Heute würden sie untergehen.
Erstmals höre ich im Studium - inzwischen wieder in Flensburg - vom Internet. Es ist ausgerechnet ein unkoventioneller Pädagogikprofessor, der etwas vom "World Wide Web", E-Mails und Gopher erzählt. Böhmische Dörfer. Ich bemühe mich aber um einen Zugang im Computerraum. Dort stehen schon die ersten Windows-PCs. Die erste E-Mail schreibe ich aber auf einem MSDOS-Textbildschirm an einen DX-Hobbyfreund. Die wenigen E-Mail-Adressen, die ich habe, konzentrieren sich noch auf das Fido-Net. Das sind Einwahlknoten per Telefon-Modem. Selbst so etwas zu nutzen, hatte ich nie wegen der hohen Telefongebühren in Erwägung gezogen. Sogar in der Nacht läppert es sich: Es sind bis 1995 etwa 20 DM pro Stunde bei Ferngesprächen.
Schließlich muss ein eigener PC her, zunächst nur für die Textverarbeitung bei den Studienarbeiten.
Die dänische Radiostation, bei der ich mit Freunden das Programm Förde Fetz Radio mache, setzt auf die digitale MiniDisc, die um die Nachfolge der Cassette buhlt. Ein Freund besorgt sich auch ein MD-Gerät. Letztlich blibt es aber nur eine kurze Episode. Gar nicht durchsetzen kann sich die digitale Cassette in der äußeren Form des analogen Vorgängers. Im hochpreisigen Bereich halten kleinere DAT-Cassetten Einzug.
Erster Kontakt mit dem World Wide Web: Der Unirechner baut ganz langsam die Seiten der BBC auf und bricht manchmal auch ab. Mit einem 14400 bps-Modem kann ich mich jetzt auch von der Studentenbude in den Uni-Rechner einwählen und E-Mails schreiben. WWW ist dabei aber nicht möglich. T-Online hat noch kein WWW, sondern ist eine Erweiterung des schon seit 1980 existierenden Bildschirmtextes (BTX plus). Ich melde mich an und sammele auch damit Erfahrungen.
Immer mehr Freunde haben jetzt PCs. Das Windows-Betriebssystem und Word 2.0 werden zur Installation als Raubkopie auf Stapeln von 3 1/2-Zoll-Disketten eingelesen. Die älteren 286er ächzen unter Windows: Sie hängen bei Word, der Bildschirmaufbau dauert Minuten. Ich selbst beginne mit Turbo Pascal 6.0, den "unendlich steigenden Klang" als Versuchsstation in der Experimentierausstellung Phänomenta zu programmieren. Die Standard-Soundkarten haben einen Chip für die Frequenzmodulation, aber noch keine Möglichkeit, WAV-Files zu spielen. Die wären auch vom Datenvolumen viel zu groß.
Immer mehr Satelliten am Himmel sorgen für internationale Programmvielfalt, wenn man eine drehbare Anlage hat. Die haben aber die wenigsten. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin wird digitales Fernsehen (DVB-S und DVB-C) und Radio (DAB) präsentiert.
Beeindruckend fand ich beim Besuch einer Bibliothek in England, dass an Computern dort komplette Zeitungsjahrgänge nach Suchwörtern durchforstet wurden und die Artikel dazu gleich ausgespuckt. Frühe Digitalisierung. All das noch in reiner Textumgebung ohne Windows.
Jetzt geht es wirklich los mit dem Internet für zu Hause. Als einer der ersten Anbieter neben T-Online tritt AOL auf die Bühne. Auch städtische Anbieter treten auf den Plan. Bezahlt wird pro Minute für die Einwahl, aber im Pfennigbereich. Inzwischen ist ein 56 kbps-Modem Standard. Die Einrichtung des Internet erfordert, "Trumpet Winsock" auf Windows 3.11 zu konfigurieren. AOL bringt eine eigene Software mit.
Erster Kontakt zu HTML. Viele Leute basteln sich private Homepages. Aus heutiger Sicht ist das die Art der Selbstpräsentation bevor es Facebook, Insta und alles andere gab. Die Standard-Suchmaschine ist noch Altavista, daneben gibt es Yahoo mit dem hierarchisch sortierten Ansatz. Und der Browser der ersten Stunde heißt Netscape. Erstmals probiere ich auch die Einwahl-Terminals mit ihren Textmenüs aus, deren Ende nun besiegelt ist. Die Telefongebühren sind 1996 aber gesunken - da kann man es mal wagen.
Astra Digital Radio bietet als neuer Standard sämtliche örA-Programme aus Deutschland. Auch dafür ist ein teurer, spezieller Empfänger notwendig, den ich mir aber gönne.
Der erste Laptop ist ein 486er mit Windows für Workgroups 3.11. Auch er kann über Modem ins Internet.
Das erste Handy. Es kann nur telefonieren und SMS senden. Das Telekom-Netz ist schon ganz gut ausgebaut. Es gibt auch D2 und E-Plus.
Google taucht als Suchmaschine auf und überzeugt durch Schnelligkeit. Es lassen sich sogar schon Radiostreams aus aller Welt mit dem inzwischen verschwundenen Standard Real Audio aufrufen. Sie brechen aber ständig ab. Trotzdem eine echte Horizonterweiterung.
Ich tauche erstmals in die Welt der Diskussionsforen ein - den Newsgroups im Usenet, die nicht über den Browser sondern eigene Software geladen werden.
Im Realaudio-Format lassen sich erste Internet-Radiostationen in geringer Klangqualität streamen. Bei den Modemverbindungen reißen sie aber nach wenigen Sekunden ab, nachdem sie ewig gepuffert haben.
Freunde beginnen, CDs zu MP3-Dateien zu wandeln und diese dann zu tauschen. Bei Festplattengrößen von 4 GB inklusive Betriebssystem ist auf dem PC aber nur Platz für wenige Alben. Und das CD-Brennen kommt erst in den Folgejahren so richtig auf.
Telefonieren wird schlagartig billiger. Im Call-by-Call-Verfahren wählt man vor der eigentlichen Nummer z.B. 01019 für Freenet. Es kostet dann 19 Pfennige pro Minute. Zeitschriften veröffentlichen Ranglisten mit den vielen zeitabhängigen Tarifen der Anbieter. Bei Wählscheibentelefonen, die immer noch verbreitet sind, wählt man sich die Finger wund - zumal die günstigen Dienste oft überlastet sind und ein Besetztzeichen ausgeben.
Zeit für den ersten ISDN-Anschluss, der stabile 2x64 KBit für das Internet inklusive Telefon bereit stellt. Damit gelingt es, bei der Sharing-Plattform Napster schier unbegrenzten Zugang zu MP3s zu bekommen. Man findet lange nicht alles, aber doch eine Menge, auch aus anderen Ländern - je nachdem, wer gerade online ist. Bis dato war ich auf die CD- und Plattensammlung von Freunden angewiesen. Man konnte sich auch CDs ind Bibliotheken leihen, aber es war immer nur eine Auswahl. Der neue PC hat eine 16 GB-Festplatte. Das Archiv wächst. Ein Lied herunterzuladen, dauert aber oft 10 Minuten und mehr.
Zum Speichern eignen sich auch CD-Rohlinge, die man mit 700 MB Dateien beschreiben kann. Es kommen tragbare CD-Player und Autoradios auf, die MP3-CDs nutzen können, auf die dann ca. 150 Songs passen, je nach Komprimierung.
Mit DSL und 1 Mbit ein weiterer Quantensprung. Jetzt ging Napster richtig ab. Das Internet wird zum Standard für Texte und Bilder. Und vor allem gibt es jetzt eine Flatrate. Auf dem Land dauert es aber noch mehr als 10 Jahre, bis einige Dörfer die 384 kBit-Grenze überspringen. Wenn die Ortsnetzzentrale mehr als einen Kilometer entfernt ist, tröpfeln die Daten nur.
Für den Filmkonsum zu Hause studiere ich die Bewertugen in der Fernsehzeitschrift TV-Today. Der VHS-Videorekorder wird dann per Strichcodescan auf die Zeit programmiert. Blöd aber, wenn sich Sendungen verschieben.
Im Internet gibt es immer mehr Foren, die die Newsgroups ablösen.
Interetcafés sind auf Reisen die einzige Möglichkeit, mal E-Mails zu checken. Davon gibt es viele, auch in ärmeren Ländern, wie ich auf einer Mittelamerika-Reise feststelle.
Der Umstieg auf eine digitale Satellitenanlage lässt die Programmvielfalt ein weiteres Mal explodieren. Zunehmend gelingt es auch, Bezahldienste wie Sky und Premiere ohne Abo zu dekodieren. Zunächst die analogen Signale mit Videocrypt mit Hilfe einer PC-Karte für Sat-TV, die leider häufig zu Abstürzen führt. Ohne Dekodierung kann man hier schemenhaft erkennen, was im Film gerade vor sich geht, der Ton ist hörbar.
Die erste Digitalkamera: Sie bietet einen beeindruckenden optischen 10-fach-Zoom und kann 2M-Bilder machen. Um Speicher zu sparen, fotografiere ich Sparfuchs erstmal mit der höchsten Kompressionsstufe, in der die Bilder nur 60 KB groß sind. Da gingen leider einige Details verloren. Später gehen die Bildgrößen in die Megabytes. Bis heute stelle ich aber fest, dass 500 KB für Standardfotos auf dem Bildschirm völlig ausreichend sind, wenn man sie nicht gerade als Poster ausdrucken will.
Mit meinem ersten DVD-Spieler bin ich recht spät dran. Vorher waren sie auch recht teuer. Es gibt sie nun schon für 30 Euro. Neben CD-Rohlingen gehören in Supermärkten jetzt auch DVD-Rohlinge zum Standardsortiment. Man muss aufpassen: Es gibt mehrere Varianten, die nicht alle Brenner beherrschen: "DVD+", "DVD-" mit jeweils 4,7 GB und auch Double Layer für das Doppelte, was aber nicht immer kompatibel und anfällig für Fehler ist. DVDs eignen sich auf diese Weise als Datenspeicher. Mich beeindruckt eine DVD mit Satellitenbildern von Deutschland. GoogleMaps gab es noch nicht. Die Videotheken bieten VHS-Kassetten und DVD parallel an.
Ich lege mir auch eine Dreambox zu, einen speziellen digitalen Sat-Empfänger. Es kostet einige Zeit, sich in der Welt der Firmware-Images zurecht zu finden. Alternative Software wie "Peter Pan" für den Receiver ermöglicht es, Keys einzuspielen und weltweite Pay-TV-Angebote zu entschlüsseln. Von nun an landen aufgenommene Filme auf der Festplatte, die in der Dreambox installiert ist.
YouTube entdeckt. Und ich bin überrascht, dass wirklich jeder so ziemlich alles dort veröffentlichen kann. Erste Suchen nach meiner Heimatstadt "Flensburg": Tatsächlich war da schon einiges Amateurhaftes vorhanden.
Social Media: Ein Freund lädt mich zu Facebook ein, das ebenfalls noch neu war.
GoogleMaps ermöglicht einen Blick auf die Welt, erstmal nur von oben ohne StreetView, meist nur grob aufgelöst. Aber immerhin bekomme ich erstmals einen Einblick z.B. in die Umgebung des Dorfes in Ostpreußen, wo meine Großeltern einen Hof hatten. Heute ist es russisches Gebiet. Entlegene Orte der Welt von Mogadischu bis Kamtschatka lassen sich von oben angucken.
Im neuen Haus installiere ich erstmals WLAN. Bis dahin war der eigene PC immer fest mit dem Modem am Telefonanschluss verbunden. Es gab auch keine weiteren Geräte im Haus, die Internet benötigten.
Erste Versuche mit mobilem Internet. Mein Nokia-Handy 6111 kann mit einem speziellen Kabel mit dem Laptop verbunden werden. Es ist kein Smartphone, sondern stellt nur wie ein Modem nur die Datenverbindung her. Es funkt über EDGE, der 2G-Erweiterung, die maximal 384 kbit/s liefern kann und nicht überall verfügbar ist. Sonst sind es mit GPRS meist nur ca. 16 kbit. Im Dänemarkurlaub rufe ich einmal eine Webseite auf. Aber Vorsicht: Abgerechnet wird in 50 KB-Blöcken. Es kommen schnell ein paar Euro zusammen.
Drei Jahre nach dem Start des iPhones lege auch ich mir ein Smartphone zu. Ich wollte aber nie viel Geld dafür ausgeben. So wird es ein Mittelklassemodell von HTC, das UMTS beherrscht. Internetseiten bauen sich noch sehr langsam auf. UMTS hat auf dem Land auch noch viele Lücken. Auch ein USB-Stick für den Laptop kann per UMTS eine Datenverbindung herstellen. 30 MB pro Monat gibt es bei einem Anbieter gratis.
In der Küche hält ein Internetradio Einzug. Weltweit streamen bereits Zehntausende Radiostationen sehr stabil. Dennoch erlebe ich im Umfeld wenige Menschen, die das tatsächlich nutzen.
Auf Facebook tauchen immer mehr Klassenkameraden und frühere Freunde auf, von denen ich lange nichts mehr gehört habe. Die Timelines füllen sich mit Privatem. Mein subjektiver Eindruck: Das lief in meiner Generation ein paar Jahre, bis die Sensibilität gegenüber der Datenkrake wuchs. Heute sind nur noch wenige aktiv, die ich kenne. Auch StudiVZ und SchülerVZ haben damals viele Nutzer - das geht an mir aber vorbei. Auch Twitter ist schon da, was ich allerdings erst etwa ab 2019 nutze.
Das Usenet hat sich über die Jahre stark gewandelt: Vom Diskussionsforum zur Tauschbörse, bei der man z.B. per Datenvolumen zahlt. Erst jetzt probiere ich es mal aus. Einige Filme sind auffindbar. Aber die Hochphase ist schon vorbei. Der Anteil der Karteileichen in den Übersichten steigt von Jahr zu Jahr.
Erst jetzt werden Roaminggebühren innerhalb der EU abgeschafft. Bei Reisen war deshalb zuvor immer ein Kriterium, ob Hotel oder Ferienwohnung WLAN haben - ist ja bis heute nicht überall Standard.
Streaming wird immer mehr Standard. MP3-Sammeln kommt aus der Mode. Spotify, Amazon Music & Co. haben fast alles verfügbar. Die Datenvolumen der Handyverträge wachsen von Jahr zu Jahr. 4G wird allmählich Standard.
Wir werden mit Amazon Prime erstmals Streaming-Kunde eines Videoanbieters, Hauptgrund sind allerdings die Versandvorteile. 2020 kommen wegen der Kinder auch bei Netflix und Disney Plus hinzu. Viele Menschen im Alter 50+ werden auch in den Folgejahren noch lineares TV nutzen, Jugendliche gucken es nur noch, wenn ihre Eltern es anmachen.
VPN-Dienste ermöglichen es weltweit, Geoblocking zu umgehen. Für internationale Medien interessieren sich aber nur wenige Menschen. Es bleibt in Deutschland ein Nischenthema.
Durch Corona erfahren Videokonferenzen einen Schub. Bei Skype bin ich zwar schon seit 2009 angemeldet, habe es aber kaum genutzt. Jetzt boomen Zoom und viele andere Dienste. Unternehmen bauen Home-Office-Möglichkeiten aus, um Remote in Firmennetzwerke zu arbeiten. Als die Pandemie 2022 weitgehend durch ist, bleiben Vikos und Home-Office Standard.
Jetzt geht es los mit KI. Am 2.1.23 begegnet mir das erste Mal ChatGPT. Bis dato war KI nur ein Nischenthema, das in Diskussionen als Stichwort fiel, aber kaum verstanden wurde. Jetzt bekommt die Welt schlagartig eine Vorstellung. Midjourney produziert erste Bilder und Videos, bald können das alle. Gemini, Copilot, Meta AI, Grok und viele drängen sich in den Folgejahren den Usern förmlich auf, indem sie in andere Anwendungen integriert werden.
Wir haben inzwischen Glasfaser. DSL ermöglichte zuvor 50/10 Mbit, jetzt sind es 100/50 Mbit.
KI nutze ich nun täglich mehrfach. Besonders hilfreich ist sie, wenn es um die Bedienhilfen bei Software geht. Einfaches Beispiel: Wie man in der Tabellenkalkulation LibreOffice Calc Zeilen per Drag & Drop verschiebt. Beim Programmieren ergibt sich ein ganz neuer Workflow: Ich lassen Scripte von KI entwerfen und bessere dann Stück für Stück per Prompt nach. Auf der Strecke bleibt dabei das Verständnis für jede einzelne Zeile. Deren Funktion könnte ich zwar nachvollziehen, das kostet aber Zeit. Noch ist KI anfällig, frühere Vorgaben in längeren Threads nach einer Zeit wieder zu vergessen oder wichtige Dinge auszulassen. Aber die Modelle haben sich seit 2023 schon deutlich verbessert. Erstaunlich ist die Sprachausgabe in einem umgangssprachlichen Tonfall, ganz anders als der stereotype Roboter-Sound früher. Unsere Kinder bespielen die KI-Modelle per Spracheingabe am laufenden Band mit teilweise recht unpräzisen Eingaben. Man kann sich kaum vorstellen, was da weltweit noch an Rechenleistung verbraten wird.
Der 9€-Handyvertrag bietet inzwischen 25 GB pro Monat.
...to be continued